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Das Wappen der Stadt Tornesch

In der Hauptsatzung der Stadt Tornesch ist das Wappen wie folgt beschrieben:

"Das Wappen der Gemeinde Tornesch zeigt in blau einen goldenen, freistehenden Zinnenturm aus Ziegeln mit offenem Tor, beiderseits begleitet von je einen goldenen Eschenblatt".

Auf eine Anfrage des Pinneberger Tageblatts zum Tornescher Wappen hat die Tornescher Historikerin und Archivarin Annette Schlapkohl nachstehende Antworten gegeben:

Frage: Wie alt ist das Wappen?

Antwort: 1965 

Frage: Was ist darauf zu sehen?

Antwort: Das Wappen zeigt Turm und Eschenzweige auf blauem Grund. Genauer: Das Wappen zeigt auf blauem Grund einen goldenen freistehenden, mit Zinnen versehenen Turm aus Ziegeln mit offenem Tor, beiderseits begleitet von je einem goldenen Eschenblatt.

Frage: Welche Bedeutung hat es?

Antwort: Bei der Erklärung des Ortsnamens „Tornesch“ war man zur Zeit der Entstehung des Wappens davon ausgegangen, dass ein Turm auf der Flur „Grevenbarg“ gestanden habe, von dem der Ortsnamen herzuleiten war. Der Chronist Christian Wegener bedauerte diesen Irrtum später und äußerte: „Ein Gemeindewappen von Tornesch hätte also nicht Turm und Eschenzweige zeigen dürfen, sondern ein Wäldchen, an dem längs oder durch das sich ein Acker von 12 Stücken zieht, wenn man sich nach Gegebenheiten der alten Zeit hätte richten wollen.“ Es ist somit ein „Sprechendes Wappen“, welches auf den Namen Tornesch anspielt ohne eine historische Grundlage zu haben, was für Wappen aber nichts Ungewöhnliches ist.

Frage: Was ist zur Entstehungsgeschichte des Wappens bekannt?

Antwort: Der Gemeindevertreter und VHS-Leiter Bernhard Kulich regte im März 1962 an, sich um ein Wappen für die Gemeinde Tornesch zu bemühen. Einen ersten Entwurf reichte der Schützenverein Tornesch von 1954 e.V. im Dezember 1963 ein. Der Entwurf zeigte eine Esche, einen Turm und ein Industriegebäude mit Schornstein. Daraufhin beschloss der Haupt- und Finanzausschuss den Tornescher Bürgermeister Meyer zu ermächtigen, beim Landesarchiv Schleswig Vorbesprechungen zu führen und gegebenenfalls einen Heraldiker zu beauftragen. Das Landesarchiv riet, das Wappen auf einer Symbolisierung des Gemeindenamens aufzubauen. Dabei sei es nicht nötig, von der sprachgeschichtlich richtigen Deutung auszugehen, es genüge die Verwendung einer Figur, die gleich oder ähnlich klinge. Der Tornescher Haupt- und Finanzausschuss beschloss im November 1964 den Heraldiker W. Lippert aus Brunsbüttelkoog zu beauftragen. Aus fünf Vorentwürfen wurde der Entwurf 1 mit Turm und Eschenblättern von der Gemeindevertretung nach Empfehlung des Hauptausschusses ausgewählt. Auch das Landesarchiv hatte nach vorheriger Rücksprache diesen Entwurf vorgezogen. Der Innenminister des Landes Schleswig-Holstein genehmigte das Wappen am 3. September 1965. 

Frage: Inwiefern bietet das Wappen heute noch Identifikationspotenzial für die Einwohner? Ist es noch „in“?

Antwort: Das Wappen ist durch seine Verbreitung auch auf der Stadtflagge allgemein bekannt und Tornesch wird damit identifiziert. 

Frage: In welchen Zusammenhängen wird das Wappen noch genutzt (Homepage der Stadt, etc.)?

Antwort: Tornesch hat seit 1992 eine Gemeindeflagge, die auf blauem Flaggentuch die Figuren des Gemeindewappens zeigt. Das Wappen wird zudem im Schriftverkehr, auf der Homepage und auf Werbeartikeln genutzt. Öffentliche Fahrzeuge der Stadt (Feuerwehr, Bauhof) sind durch das Wappen gekennzeichnet."

 

Die Verwendung des Gemeindewappens durch Dritte bedarf der Genehmigung des Bürgermeisters. Hierfür reicht ein formloses Schreiben an die Stadtverwaltung.

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25436 Tornesch
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